Scale-Up
Ein Verfahren - etwa eine Synthese oder ein Aufbereitungsprozess - das im Labormaßstab produktiv, einfach und sicher ist, hat diese Eigenschaften bei einer Vergrößerung um den Faktor 100 oder gar 1000 oft nicht mehr. Die Ursache liegt in
- verlangsamter Wärmezu– und Abführung
- schlechterer Durchmischung
- veränderten Misch– und Dosierzeiten
- anderen Lokalkonzentrationen
- anderen Chemikalienqualitäten u. a.
Einfaches Ausprobieren ist extrem teuer (vor allem bei teueren Einsatzstoffen oder längeren Synthesen) und kann gefährlich werden.
Spezifische Laborversuche und spezielle Messungen (etwa DSC) geben Aufschluss über das Verhalten von Reaktionen bei Maßstabsvergrößerung. Viele Punkte können schon im Vorfeld berechnet, abgeschätzt oder recherchiert werden:
- Verfügbarkeit und Preise der benötigten Chemikalienqualitäten
- thermische Sicherheit der Reaktionen
- alternative Prozessschritte, insbesondere bei der Aufarbeitung
- zu erwartende Emissionen und ihre Behandlungsmöglichkeiten
Problemstellung
In einer organischen Synthese tauchten hartnäckige Verunreinigungen auf, welche sich in den folgenden Stufen schlecht beseitigen ließen. In dieser Stufe wurde das Lösungsmittel Toluol durch Methanol ersetzt, wobei die Vorschrift lautete, unter 5% Toluol zu gelangen.
Es sollte (im Rahmen der vollständigen Prozessentwicklung) die Möglichkeit geprüft werden, eine Kieselgelfiltration, welche sich im Labor bewährt hatte, auch in der Produktion zur Aufarbeitung einzusetzen.
Vorgehen
Eine Kieselgelfiltration ist keine echte Chromatografie. Die Reaktionslösung wird lediglich auf eine verhältnismäßig geringe Menge Kieselgel gegossen, und nur diejenigen Verunreinigungen, die praktisch überhaupt nicht wandern, können abgetrennt werden.
Es wurden verschiedene Dünnschichtverfahren angewendet, um den genauen Punkt des Lösemittel-
Die hier vorgestellten Dünnschichtchromatogramme sind eine Abbildung, bei welcher der rF-Wert der Hauptsubstanz gleich gezeichnet und die Verunreinigungen nach ihrem entsprechenden Lauf verteilt wurden.
In diesem Fall zeigte sich, dass eine Dünnfilmverdampfung (siehe Abbildung) die ökonomischere und für das Produkt schonendere Methode ist.
Diese Seite wurde zuletzt am 19.10.2009 geändert.
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© Dr. Claudia Arnold, 2000 - 2009
