Tipps zum Selbersuchen

Das sogenannte tiefe Web

„So wie der Fischer mit seinem Netz nur die Fische nahe der Oberfläche fängt, so schöpfen auch Suchmaschinen auf der Suche nach Informationen nur das oberflächliche Web ab. Wir suchen für Sie auch im tiefen Internet.“

Mit solchen und ähnlichen Aussagen wird suggeriert, es gäbe im Internet noch eine besondere, nur Eingeweihten zugängliche Dimension. Ist das richtig? Was ist das sogenannte Tiefe Web?

Vergessen wir das irreführende Bild vom Fischernetz mit zu kurzen Fangleinen, so ist das tiefe Web einfach das auf Servern liegende Datenmaterial, was mit Hilfe von Suchmaschinen nicht gefunden werden kann.

Warum kann eine Datei von einer Suchmaschine nicht ausgegeben werden? Es gibt mehrere Gründe. Vier der Gründe (die Suchmaschine verarbeitet das Dateiformat nicht, sie arbeitet mit dem falschen Datentransferprotokoll, sie folgt keinen Aufrufen in Frameseiten oder geht Verzeichnissen nur zu einer begrenzten Tiefe nach) waren im Jahr 2004, als dieser Artikel entstanden ist, noch relevant. Mittlerweile sind wap- und größtenteils auch ftp-Seiten (fast) nur noch eine nostalgische Erinnerung. Bleiben also noch die folgenden Gründe übrig, warum Seiten nicht in der Suchmaschine auftauchen:

Bei der Suche nach wissenschaftlichen und technischen Informationen hat man es meistens mit einer Kombination der letzten beiden Gründe zu tun: Die Seiten sind Ausgabeseiten einer Datenbank, deren Zugang nicht frei ist.

Wer also im "tiefen Web" sucht, benutzt z. B. Fachdatenbanken, besondere Themenverzeichnisse etc. Gerade die großen Datenbanken benötigen oft noch die Kenntnis einer besonderen Abfragesprache, um mit ihnen arbeiten zu können.

Tipps zum Selbersuchen

  1. Überlegen Sie genau, was Sie suchen. Welche Art von Daten? Wie vollständig müssen die Daten sein?
  2. Überlegen Sie, was Sie nicht suchen. Keine sekundären Informationen? Keine Originalliteratur? Keine Nachrichtentexte?
  3. Welche Art von Dokument suchen Sie? Eine Grafik? Sicherheitsdatenblätter? Doktorarbeiten? Produktbeschreibungen?
  4. Überlegen Sie, wo die Inhalte sich befinden könnten. In Spezialverzeichnissen? Fachdatenbanken? Auf der Website des Herstellers?
  5. Welches Werkzeug ist zum Suchen das beste? Es gibt mehr Suchmaschinen als nur Google. Manche sind spezialisiert, wie z. B. Patentstorm.
  6. Formulieren Sie eine allgemeine Suche. Grenzen Sie anfangs nicht zu sehr ein. Suchen Sie vor allem auch nach weiteren Verzeichnissen. Und wenn die Suche überhaupt nichts ergibt: Zurück zu Punkt 1.
  7. Vergleichen Sie mit den Ergebnissen einer eingeschränkten Suche, oder der Suche auf verschiedenen Suchmaschinen. Wo liegen die Ergebnisse?
  8. Dokumentieren Sie Ihre Suche. Was haben Sie wie und wo gefunden? Dies ist wichtig, um auf Ihrer Arbeit später aufbauen zu können.
  9. Benutzen Sie hilfreiche Tools. Besonders nützlich sind Desktop-Metasuchmaschinen (die bekannteste, aber nicht die einzige, ist Copernic) und elektronische Zettelkästen zum Archivieren von Links und relevanten "Seitenschnipseln". Moderne Browser, allen voran der Firefox und Opera, bringen schon einiges an Ausstattung mit.
  10. Dokumentieren Sie Ihre Quellen in strukturierter Form. Das heißt, bauen Sie sich (verschlagwortete) Verzeichnisse mit Links zu Verzeichnissen, Datenbanken und Suchmaschinen auf. Dies wird die folgenden Suchen beschleunigen. Ich benutze dazu den Luhmann-Zettelkasten von Koolpeople.de.

Download: Power-Point-Präsentation zum Thema "Effektiveres Suchen im Internet", 2,7 MB (2003)

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[ 1 ] Da manche Server ein Dateienverzeichnis ausgeben, wenn die gesuchte Datei nicht auf der angegebenen Ebene des Verzeichnisses zu finden ist, bietet das alleinige Nicht-Verlinken einer Seite keinen absoluten Schutz vor dem Gefundenwerden.


Diese Seite wurde zuletzt am 19.10.2009 geändert.
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