NEWSLETTER "CHEMIE UND VERFAHRENSTECHNIK IM WEB"

Informationen für Planer und Anlagenbetreiber
Erscheint monatlich
ISSN 1613-2513
42. Ausgabe November 2007

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Thema dieser Ausgabe:

Datenbanken für Chemie-Informationen
Teil 2 - kostenpflichtige Datenbanken


Sehr geehrte(r) Leser(in),

der (leicht verspätete) Teil 2 der Datenbankenserie befasst sich mit
kostenpflichtigen Datenbanken, also jenen, bei denen entweder schon
das Reinschauen, mindestens aber die Resultate Geld kosten - mal mehr,
mal weniger. In dieser Ausgabe habe ich einige Datenbanken ausgesucht,
bei der sich die Ausgabe lohnt. Viel Spaß beim Lesen und beim Auspro-
bieren!

  1. Wozu kostenpflichtige Datenbanken benutzen?
  2. Bezahlmodelle - was bedeutet "kostenpflichtig"?
  3. Chemikalienlieferanten
  4. Stoffdaten und Naturwissenschaft
  5. Normen und Vorschriften
  6. Wirtschaft und Märkte

1. Wozu kostenpflichtige Datenbanken benutzen?

Wenn es zahllose kostenlose Informationsquellen im Internet
gibt - wozu soll man dann die kostenpflichtigen Datenbanken
überhaupt benutzen? Schließlich kosten sie Geld, zwingen dem
Benutzer einen komplizierten Registrierungsprozess auf, und
manche Datenbanken haben auch noch eine eigene Abfragesprache.

Dennoch werden kostenlose Datenbanken für ernsthafte Recher-
chearbeit eher selten verwendet, denn:

a) Die Vollständigkeit der redaktionell gepflegten Datenban-
ken ist oft besser, auf manchen Gebieten, etwa bei den bib-
liografischen Datenbanken, überhaupt nur bei solchen so weit
wie möglich gegeben.

b) Die Fundstellen verschwinden nicht einfach aus dem Netz,
jeder Suchvorgang ist und bleibt nachvollziehbar (wenn man
ihn - versteht sich - entsprechend dokumentiert, also mit-
geschrieben hat).

c) Das Suchen geht schneller, wenn man nur eine einzige, voll-
ständige Datenbank oder einen Datenbankencluster abzufragen
hat, als wenn man von Seite zu Seite, von Verlagsdatenbank zu
Open Access Repository surft, abfragt und die Dubletten von
Hand aussortiert. Dies wurde von den Datenbankenredakteuren
bereits erledigt, und das ist es, wofür man im Grunde bezahlt.

d) Die redaktionelle Aufarbeitung erleichtert und vervoll-
ständigt das Finden. Bestes Beispiel hierfür ist vielleicht
der "Derwent World Patents Index". Die indizierten Patente
wurden gelesen und bekamen einen neuen Abstract, der den In-
halt des Patents unabhängig von Verklausulierungen und Jusris-
tensprache zusammenfasst.

2. Was bedeutet "kostenpflichtig"?

Kostenpflichtig kann bedeuten, dass das Suchen an sich frei ist,
aber dass der Blick auf die Details der Resultate etwas kostet,
wie etwa bei den Abstract-Datenbanken vieler Verlage oder wie bei
der Chemikaliendatenbank CHEMSOURCES.

Es kann aber auch bedeuten, dass die Suche an sich schon etwas
kostet: Z. B. unter STNEasy, einer vereinfachten Suchoberfläche,
unter der viele STN-Datenbenken erreichbar sind, kostet das Ab-
schicken einer Suchanfrage 2,- EUR, das Ansehen einzelner Resul-
tate (welche man anhand des Titels auswählen muss) je nach Daten-
bank ca. 3,- - 7,- EUR.

Es wäre zu wünschen, dass auch noch die letzten Datenbankenhosts
nutzungsbasierte Tarife anböten - denn der Kauf einer jährlichen
Flatrate für eine Datenbank, die vielleicht ein Mal abgefragt wird,
lohnt sich für die meisten Benutzer nicht.

3. Chemikalienlieferanten

CHEMSOURCES

Die Datenbank Chemsources ermöglicht die Suche nach Chemikalien-
namen, Handelnamen, Anwendungsfeldern, CAS-Nummern oder Formeln.
Das Aufsuchen der Chemikalie ist kostenlos, das Ansehen der Her-
stellerinformationen nicht. Die Datenbank, die auch über zusätz-
liche Informationen wie Einkaufsführer verfügt, ist neben ihrem
eigenen Zugang auch über STN zu erreichen oder auf CD-ROM zu be-
kommen. Unter STN ist die Suche in zwei Schritte aufgeteilt: In
CSCHEM muss zuerst die Chemikalie gesucht werden, in CSCORP können
dann Details zu den gefundenen Firmen nachgeschlagen werden. Da-
für hat man aber auch "Pay-per-click" statt Monatsabo.
http://www.chemsources.com/

EINSTIEG IN STN

Um das Thema "Datenbanken unter STN" kommt man in Naturwissenschaft
und Technik nicht herum, und die allermeisten Leser werden schon
mit STN in Berührung gekommen sein. STN ist ein Datenbankenanbieter,
der gemeinsam von CAS (Chemical Abstract Service, ein Dienst der
American Chemical Society) und dem Fachinformationszentrum Karlsruhe
betrieben wird. Wer es nicht mehr ganz parat hat: Die übersichtliche
Einstiegsseite listet links die Dienste und Preise auf, rechts Ma-
terialien zur Einarbeitung.
http://www.stn-international.de/

4. Stoffdaten und Naturwissenschaft

POLYMEREIGENSCHAFTEN

Die Wiley Datenbank der Polymereigenschaften ist ursprünglich eine
elektronische Version des Polymer Handbook, mittlerweile allerdings
umfangreicher und aktueller. Die Preise für den Zugang gibt es aller-
dings nur auf Anfrage.
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/mrwhome/104554802/HOME

ULLMANN'S ENCYCLOPEDIA OF INDUSTRIAL CHEMISTRY

Bei diesem Nachschlagewerk kann kostenfrei recherchiert werden, aber
die Artikel kann nur lesen, wer einen Zugang hat. Problem: Es gibt
ihn nur mindestens jahresweise, Preise wiederum auf Anfrage. Einige
Artikel, etwa über die Technologie des Bierbrauens, über Aerogele
oder über Chemosensoren, sind kostenlos.
http://www.wiley-vch.de/vch/software/ullmann/

DETHERM

Bei Detherm wird dagegen pro Ergebnis bezahlt. Die Datenbank wird
von der DECHEMA angeboten und fasst die Inhalte mehrerer Stoffdaten-
banken zusammen. Das Thema ist chemische Thermodynamik, also Gleich-
gewichtsdaten, kalorische Daten, Daten zu Phasenübergängen und andere.
http://i-systems.dechema.de/detherm/mixture.php

Was es genau unter DETHERM zu finden gibt, steht hier:
http://i-systems.dechema.de/detherm/detherm-content.php

5. Normen und Vorschriften

BEUTH-VERLAG

Am bequemsten werden Normen, VDI-Richtlinien und verwandte Schrift-
stücke auf der Website des Beuth-Verlags recherchiert, wo man sie
auch gleich zum Einzelpreis bestellen kann. Die Recherche selbst kos-
tenlos. Allerdings ist die Recherche etwas trickreich: Die Datenbank
eignet sich nicht unbedingt dazu herauszufinden, welche Norm anzuwenden
ist, sondern eher dazu, bekannte Dokumente zu finden.
http://www.beuth.de/

PERINORM

Perinorm bietet sehr ausführliche Recherchemöglichkeiten und Normen aus
23 Ländern sowie von internationalen und europäischen Normungsinstituten.
http://www.perinorm.com/pol/accueil.php

Liste der abgedeckten Länder und Normungsinstitute:
http://www.perinorm.com/pol/countries.php

In Deutschland ist Perinorm über den Beuth-Verlag zugänglich.

6. Wirtschaft und Märkte

HOPPENSTEDT

Der Hoppenstedt ist erste Wahl, wenn es darum geht, Details über einzel-
ne Firmen herauszufinden: Wer ist der Vorstandsvorsitzende, wie ist die
Zahl der Beschäftigten, welche Handelsregisternummer hat das Unternehmen.
Es gibt drei Bezahlmodelle, von denen das günstigste, Prepaid genannt, lei-
der einige Einschränkungen aufweist.
http://www.firmendatenbank.de/

GENIOS

Die Genios-Datenbank wird von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und von
der Verlagsgruppe Handelsblatt betrieben. Die Inhalte der Datenbank sind
Fachartikel und Presseberichte, es gibt allerdings auch einen Zugriff auf
den Bundesanzeiger, auf die Handelsregister-Bekanntmachungen, das Handels-
register und spezielle Firmendossiers. Suchen ist kostenlos, die Detailan-
zeige der Resultate hat unterschiedliche Preise, je nach Quelle.
http://www.genios.de

TIPP: HIGHBEAM

Auch Highbeam ist ein Pressearchiv, allerdings mit englischsprachigen In-
halten. Für die gewaltige Datenbank gibt es nur Jahreszugänge, aber der
Preis hält sich mit weniger als 200,- $ für ein Jahresabo in Grenzen.
http://www.highbeam.com/

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