NEWSLETTER "CHEMIE UND VERFAHRENSTECHNIK IM WEB"
Informationen für Planer und Anlagenbetreiber
Erscheint monatlich
ISSN 1613-2513
20. Ausgabe Mai 2005

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Thema dieser Ausgabe:
Kurven und Grafiken finden und auswerten

  1. Kurven und Grafiken finden per Metasuchmaschine
  2. Kurven und Grafiken finden per Hand
  3. Speichern und Verwaltung
  4. Auswertung am Monitor
  5. Auswertung mit dem Drucker

Im Arbeitsalltag werden die verschiedensten Kurven und Graphen be-
nötigt, z. B. Adsorptionsisothermen, Elastizitätsmodule, Dampfdruck-
kurven und vieles mehr. Wie kann man solche Kurven finden und in
eine brauchbare Form bringen?




1. Nach Grafiken suchen per Desktop-Metasuchmaschine

Kurven und Graphen aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen las-
sen sich anhand der folgenden Eigenschaften aus der Ergebnismasse
einer Bildersuche herausfiltern:

Gesucht wird nach Bildern. Dies kann entweder von Hand geschehen -
mehr dazu weiter unten - oder durch Verwendung einer Desktop-
Metasuchmaschine.

Gefunden werden die Schlagworte aus der Dateibezeichnung und je
nach abgefragter Suchmaschine auch aus dem ALT-Text bzw. der nä-
heren HTML-Umgebung der Bilder.

Die kostenlosen Varianten der folgenden beiden Softwarevorschläge
können nicht mehr als verschiedene Suchmaschinen gleichzeitig
abfragen, die Vollversionen beherrschen auch Vorgänge wie Filtern,
Analysieren, Gruppieren und Nachverfolgen.

Copernic
Der Copernic ist die wahrscheinlich bekannteste Metasuchsoftware.
Jeder Suchagent wird vor jeder Suche aktualisiert. Die Ergebnisse
können (in der Vollversion) kommentiert, nachträglich nach weiteren
Stichworten durchsucht und gefiltert werden.
http://www.copernic.com/en/products/agent/index.html

BINGOOO
BINGOOO hat vor Copernic zwei Vorteile: Es ist eine deutsche Soft-
ware, was sich in der Auswahl der durchsuchten Quellen niederschlägt.
XML-kundige können sich außerdem eigene Suchagenten anlegen und da-
rin ihre eigenen Webdatenbanken unterbringen. Solche Eigenbau-Agenten
werden über ein Forum ausgetauscht. Der Nachteil: Die Agenten sind
etwas zu sehr auf den Privatanwender zugeschnitten. Mit BINGOOO findet
man eher Gebrauchtwagen und Konzertkarten als Patente und technische
Daten.
http://www.bingooo.de/index.html




2. Suche per Hand

Google
Die besten Einstellungen lauten: Farben = schwarz-weiß.
Die Suche nach dem Schlagwort "adsorption isotherm" bringt
ca. 40 Resultate. Variationen des Schlagwortes sind immer
nötig.
http://www.google.de/advanced_image_search?hl=de

Alltheweb
Eine zusätzliche Option im Vergleich zu Google ist die Aus-
wahl eines transparenten Hintergrundes. Die Resultate (sie
stammen von Yahoo und overture) fallen aber deutlich magerer
aus.
http://www.alltheweb.com/advanced?advanced=1&cat=img&cs=utf8&rys=0&_sb_lang=pref&q=

Yahoo!
Yahoo kann sich mit Google messen, die Suchergebnisse
fallen sehr umfassend aus. Eine zusätzliche Suchoption:
Die Beschränkung auf .edu (Universitäten/Schulen), .com-
oder andere Top-Level-Domänen dient dazu, nur Material
von Firmen, von Regierungswebsites (nur USA) o. ä. zu
erhalten. Dies kann auch bei Google eingegeben werden.
Kleiner Gag bei Yahoo: Bildersuche am Handy.
http://images.search.yahoo.com/search/images/advanced

Doppelte Arbeit vermeiden
Ehe Sie die zwanzig anderen Suchmaschinen durchprobieren,
die an dieser Stelle noch genannt werden könnten, prüfen
Sie auf der folgenden Seite, welche Suchmaschine welche
"füttert":
http://www.search-this.com/search_engine_decoder.asp

Grafiken in PDF-Dokumenten
Grafiken aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen
findet man nur, indem man das betreffende PDF-Dokument
findet und durchblättert. Alles zum Thema:
http://www.arnold-chemie.de/downloads/Newsletter 12. Ausgabe.




3. Speichern und Verwaltung

Es sammeln sich auf der Festplatte schnell Hunderte ähn-
licher Grafiken an. Viele Menschen benutzen ohnehin schon
eine Bilderverwaltung, etwa die Freeware-Version des Adobe
Photoalbum. Für alle anderen ein paar Tipps, wie man die
abgespeicherten Schätzchen wiederfindet:

Copernic Desktop Search
Diese Freeware - 2,5 MB - ist mein persönlicher Favorit.
Die Suche geht einfach und übersichtlich vonstatten und beginnt
bereits bei der Eingabe. Die Suche basiert auf einem Index, der
zunächst einmal erstellt werden muss. Dies dauert mehrere Stun-
den und läuft im Hintergrund ab. Der Index wird nach den per-
sönlichen Vorgaben, was Pfade, Dateitypen etc. betrifft, er-
stellt.
http://www.copernic.com/en/products/desktop-search/index.html

Google Desktop Search
Ählich wie Copernic. Die Google Desktop-Suchmaschine gibt bei
jeder Google-Suche auch die Ergebnisse auf dem lokalen Rechner
aus. Allerdings gibt es schwerwiegende Einschränkungen bei den
durchsuchten Verzeichnissen und Pfaden.
http://desktop.google.de/

Einmal installiert, indizieren diese Programme Ihre neuen Dateien.
Sie müssen sich nicht damit befassen, die Bilder in Datenbanken
einzutragen. Nur eines ist nötig:

Vergeben Sie lange, aussagekräftige Dateinamen, um die Qualität
der Suchresultate zu verbessern. Der Name sollte alle voraus-
sichtlichen Schlagworte enthalten, unter denen Sie suchen werden,
etwa "Zeolith-13X-Isotherme-Butanol.gif".




4. Auswertung am Monitor

Meazure
Diese Freeware ist ein absolutes Muss. Es handelt sich um ein
Bildschirmlineal, welches Längen, Winkel, Radien, Bildschirm-
positionen etc. bestimmen kann oder auch ein selbstdefiniertes
Gitter über den Monitor legt.
http://www.cthing.com/Downloads.asp




5. Auswertung am Ausdruck

Grafiken aus PDF-Dokumenten ziehen:

Der Acrobat Reader bietet ein Schnappschuss-Werkzeug, mit dem
beliebige Bildabschnitte als Grafik abgespeichert werden können.
Einfach auf das Kamera-Icon klicken und Rechteck aufziehen.
Dann Windows Paint oder das Grafikprogramm Ihrer Wahl öffnen
und auf "Einfügen" (meist im Menü "Bearbeiten") klicken, Bild
abspeichern.

Das Grafikprogramm meiner Wahl zum Vergrößern, Verkleinern,
stapelweisem Umbenennen und Ausdrucken ist IrfanView:
http://www.irfanview.de/

Hat das Diagramm kein Gitternetz im Hintergrund, einfach ein
Blatt Millimeterpapier in den Drucker einlegen und das (schätz-
ungsweise) Ablesen von Werten wird sehr erleichtert.





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© Dr. Claudia Arnold 2005