========================================================================== NEWSLETTER "CHEMIE UND VERFAHRENSTECHNIK IM WEB" Informationen für Planer und Anlagenbetreiber Erscheint monatlich ISSN 1613-2513 18. Ausgabe März 2005 Webausgabe Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie - sich im Verteiler auf der Website eingetragen haben - oder bereits in Kontakt mit mir stehen und dem Versand zugestimmt haben. Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters gespeichert und nicht weitergegeben. Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen. Eine leere Mail an die folgende Adresse genügt: ========================================================================== ====================== Thema dieser Ausgabe: ====================== Geruch 1. Was ist Geruch aus physiologischer und chemischer Sicht? 2. Wie wird Geruch gemessen? 3. Die Gesetzeslage 4. Was tun gegen Geruch? Ein Abluftproblem kann auch, oder ausschließlich, ein Geruchs- problem sein. Was steckt hinter dem Geruchsphänomen, welche Gesetze aus dem Umweltschutzbereich betreffen den Geruch, und wie kann man ihn bekämpfen? ================== 1. Was ist Geruch? ================== *Wikipedia* Der Artikel in der freien Web-Enzyklpädie gibt eine kurze Defi- nition über das Phänomen des Geruchs, den Geruchssinn und die Maßeinheit Olf. Der Artikel ist 115 Jahre alt. http://de.wikipedia.org/wiki/Geruch *Über den menschlichen Geruchssinn* Auszug aus einem Gesundheitsgespräch des Bayerischen Rundfunks mit Prof. Hatt. Hier das Wichtigste: "Prof. Hatt: In unserer Nase gibt es die so genannten Riechzellen. Diese Riechzellen tragen an ihren Oberflächen bestimmte Eiweiße, so genannte Rezeptoren, die hochspezifisch für einzelne Düfte sind. Das heißt, ein Vanillemolekül kann nur mit einem ganz bestimmten Eiweißmolekül in unserer Nase Kontakt aufnehmen. Und die Zelle, die dieses Eiweiß trägt, würde dann Vanille riechen können. Unsere Nase stellt eine Art Analysator dar, der - wie wir seit dem Genom-Projekt wissen - aus etwa 350 verschiedenen Rezep- toren besteht. Jeder einzelne davon kann einen bestimmten Geruch erkennen. Grob gesagt kann der Mensch 350 verschiedene Gerüche unterscheiden. Aufgrund der genetischen Vorgabe kann auch jeder von uns nur die gleichen 350 Düfte riechen. Ein Hund, eine Ratte oder eine Maus haben mehr als 1000 verschiedene Rezeptoren. Sie können also sehr viel mehr Düfte erkennen." http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/thema/koerpergeruch/geruch.shtml Geruch entsteht durch den Kontakt eines zu den Riechzellen vorge- drungenen Moleküls mit einem der 350 verschiedenen Rezeptoren. Da es aber mehr als 350 verschiedene Moleküle gibt, die wir geruchlich wahrnehmen, muss jeder Rezeptor von mehr als einem Molekül stimu- liert werden können. Chemisch sind Gerüche demnach Moleküle: Von kleinen, polaren Mole- külen wie Ammoniak bis hin zu großen, apolaren Molekülen wie Naphthalin kann alles dabei sein. ================ 2. Geruch messen ================ Geruch wurde lange Zeit nur organoleptisch (d. h. durch eine Gruppe von menschlichen Testriechern) gemessen. Erst in den letzten Jahren wurden mehr oder weniger - funktio- nierende Meßsysteme mit Sensoren entwickelt. *Organoleptische Methoden* Funktionsweise eines Olfaktometers http://www.intergeo-umwelt.com/olfactometry/olfaktometer.htm *Geruchsmessungen* Kurzer Artikel samt einer Liste der anzuwendenden VDI-Richtlinien: http://www.umweltueberwachung.de/Arbeitsgebiete/Luftreinhaltung/Geruch/hauptteil_geruch.html *Liste von Herstellern von Olfaktometern* http://www.olfaktometer.de/ *Geruchsschwelle verschiedener Verbindungen* http://www.lenntech.com/deutsch/Geruchsstofftabelle.htm *BioMon* Berichte vom Institut für Landtechnik, Rheinische Fried- rich-Wilhelms-Universität Bonn Dies ist eine komplette Website zum Thema "Prozess- monitoring über die komplexe Leitgröße Geruch". Besonders hervorzuheben ist der Unterpunkt "Publikationen", dort steht eine Reihe von Fachartikeln zum Download bereit. http://www.biomon.de *Elektronische Nasen* Über die Schwierigkeit, den subjektiven Geruchseindruck anhand des Messergebnisses einer Sensorprüfung vorauszu- sagen: http://research.cs.tamu.edu/prism/publications/isoen02_schiffman.pdf http://www.landtechnik.uni-bonn.de/ifl_research/pp_3/Technisch-sensorische_Geruchsmessung_Kassel.pdf =================== 3. Gesetzliche Lage =================== In Deutschland gilt der §3, Abs. 4 des BImSchg. Volltext in HTML: http://www.lfas.bayern.de/VORSCHRIFTEN/gesetze/A-Z/bimschg.htm Ein Kommentar zur Umsetzung findet sich bei Odournet: http://www.odournet.com/legislation.html#4 ==================== 4. Geruchsbekämpfung ==================== Es gibt einige Unterschiede bei der Bekämpfung von Gerüchen im Vergleich zur allgemeinen Abluftreinigung. Wenn das Problem einzig im Geruch liegt, genügt es, die riechenden Moleküle zu "zerschlagen", d. h. in kleinere Moleküle zu zerlegen. Der C(FID)-Wert, also die Gesamtemission an or- ganischem Kohlenstoff, ändert sich durch diese Methoden nicht. Viele der UV-basierten Verfahren oder Biofilter können so betrieben werden, dass eine Geruchsminderung ein- tritt, ohne dass unbedingt ein kompletter Abbau des organisch gebundenen Kohlenstoffs eintritt. *Über Biofilter* Informationsseite eines Herstellers: http://www.bioteg.de/info/ Biofiltergerüche und ihre Reichweite - Eine Abstandsregelung für die Genehmigungspraxis: (1,38 MB) http://www.lua.nrw.de/luft/gerueche/luft/gerueche/maa97.pdf Die zugehörige VDI-Richtlinie: http://www.vdi.de/vdi/organisation/schnellauswahl/fgkf/krdl/aktiv/07013/index.php *Über UV-Verfahren* http://www.tt.uni-hannover.de/uniforkat/viewBericht.cfm?ID=53 Es kann in Fällen reiner Geruchsbelästigung auch genügen, den Geruch durch die Zugabe anderer Duftstoffe zu maskieren oder angenehmer zu machen. Hier beschreibt ein Hersteller die Wirkungsweise (allerdings auf "Verkaufsdeutsch"): http://www.decon.co.uk/german/deodoriser.htm Wenn hingegen auch ein Gesamt-C-Wert einzuhalten ist, ge- nügt die Einhaltung des Grenzwertes nicht immer, um Ge- ruchsbelästigungen vorzubeugen: Die Geruchsschwelle z. B. von Styrol beträgt 0,03 mg/m³. Diese Werte sind mit keiner bekannten Abluftreinigungsmethode sicher einzuhalten. ===================================================== Ältere Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv: ===================================================== http://www.arnold-chemie.de/newsletter/newsletter.html Dort können Sie den Newsletter auch abonnieren, oder Sie schreiben an die folgende Adresse: newsletter@arnold-chemie.de Geben Sie bitte Ihren Namen an. 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